Es sind die kleinen Dinge, die einen auch über mehrere Jahre hinweg von einer Person so begeistern, dass man bereit ist sie zum Traualtar* zu schleifen führen. Die Stärken des Partners, aber viel mehr noch die kleinen Schwächen und liebenswerten Ticks, die jeder von uns sein Eigen nennt. Diese wohldosierten Unvollkommenheiten sind es doch erst, die einen Menschen „menschlich“ machen. Das ist auch bei der kleinen Hexe der Fall, die einige Eigenarten aufweist, die andere vielleicht als störend empfinden würden, sie aber für mich erst wirklich liebenswert macht.

Über diese kleinen, aber wesentlichen Eigenarten, die zu ihrem Wesen zählen, mache ich mir gerade Gedanken. Und zuvörderst fällt mir ihre kommunkative Ader ein, die sich selbst im eigentlich schlafenden Zustand zeigt. Wenn sie mich aus dem Schlaf reisst, um mir mitzuteilen, dass der Nekromant vernichtet werden muss. Oder über die Niedlichkeit von blauen Schnecken philosophiert. Oder ganze Dialoge über interessante Themen mit mir führt, bei der Logik nur eine sehr rudimentäre Rolle spielt oder zumindest das Kontinuum von Zeit und Raum ebenso wie die Gesetze der Schulphysik ad absurdum geführt werden.

Leider kann ich mich selten an die genauen Worte erinnern, da ich selber zu schlaftrunken bin, um sie mir zu merken. Dabei bin ich felsenfest davon überzeugt, dass ihre im Schlaf** gesprochenen Worte auch tiefe philosophische Einsichten und Weisheiten enthalten, die leider so verloren gehen. Natürlich mit der Folge, dass die Menschheit weiterhin im Schatten seiner möglichen Größe dahin vegetiert, weil ihnen die rechten Worte nie überliefert werden. Naja, vielleicht kann ich mich ja mal aufraffen ein Diktiergerät zu kaufen 😉

Letztendlich sind es „Ticks“ wie diese, welche die kleine Hexe so liebenswert machen. Und weshalb ich nach nunmehr fast sieben Jahren immer noch mit ihr zusammen bin, es sich seit nunmehr über vier Jahren mit ihr in einer Wohnung aushalten lässt – und ich sie im Dezember ins Turmzimmer des Sinziger Schlosses führen werde …

*in unserem Fall eher ein Trautisch, da wir von einer kirchlichen Zeremonie (vorerst zumindest) absehen.
**oder was immer das für ein Zustand auch sein mag

7 thoughts on “Liebenswerte Hexe #001”

  1. Du findest es äh… verstörend, dass Frauen im Schlaf sprechen, über seltsames Getier gerade zu liebenswert reden können oder dir versichern, dass Bhudda die eine Sache so die andere aber ganze anders gemein hat… das Schweben des eigenen Körpers, auch nur ein Prozess ist der ein Maximum an Luftanhalten erfordert und den nötigen Willen es auch wirklich schaffen zu können, ohne einen Snickers essen zu müssen?

    Das ist völlig normal… ich finde es eher verstörend, dass sie ständig bastelt…das ist… mit den Fingern und so… Fitzelarbeit…

      1. Das stell ich mir so süß vor, wenn sie wie eine Furie durchs Wohnzimmer tobt und du hinter dem nächststehenden Möbelstück in Deckung gehst und von da aus gutgemeinte Ratschläge verteilst! :mrgreen:

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