Ich finde Traditionen schön – wobei es nicht immer die gewohnten Traditionen sein müssen oder die Traditionen in ihrer gewohnten Form. Gerade bei Traditionen ist es deshalb schön mal zu schauen und sich Inspirationen zu holen, was die Gäste wohl erwarten könnte.

Bekannt ist wohl das traditionelle Werfen von Reis oder Weizen*, was bei uns aber entfallen muss, da das vor dem Sinziger Schloss nicht erlaubt ist**. Was den Hochzeitstanz angeht sind wir uns noch nicht ganz sicher***, aber wir haben auf jeden Fall vor gemeinsam die Hochzeitstorte anzuschneiden. Denn auf das in England traditionelle Brechen des Kuchens über den Köpfen des Brautpaares werden wir aus Hygienegründen eher verzichten.

Ob die Hexe, wie in Frankreich üblich, ihr Bein entblößt und die Herren für jeden Zentimeter zahlen müssen, wage ich zu bezweifeln, aber etwas Geld sollte man trotzdem mitbringen, denn natürlich wird es eine Versteigerung des Strumpfbandes geben 😉

Ich hoffe nur, dass der Vater der Hexe uns nicht nach der Eheschließung einen Schuh hinterher wirft, denn das könnte schmerzhaft werden, wenn er gut zielen kann. In einigen Regionen Schottlands macht der Brautvater das wohl, um damit zu zeigen, dass die Verantwortung für die Braut jetzt der Ehemann hat. Diesem werden übrigens auf den Philippinen die Haare gekämmt. Das soll Glück bringen. Aber ich glaube das macht bei mir wenig Sinn.

Noch etwas unsicher bin ich mir, ob ich den Hochzeitsbrauch aus Marokko, dass Frauen und Männer getrennt feiern und nur der Bräutigam auch bei den Frauen mitfeiern darf, gut oder schlecht finde 😀 Abschminken könnt Ihr Euch auch, dass Ihr wie in Thailand üblich mit dem gesamten Rest der Hochzeitsgesellschaft uns zu unserem Bett begleitet, wo sich erst mal das älteste Paar hinein legt, um es zu segnen. Danke, ich glaube wir kommen schon ganz gut allein zurecht.

Apropos „allein“: Der Tradition folgend werden wir aber die Nacht vor der Hochzeit allein verbringen. Hat auch den Vorteil, dass wir uns morgens getrennt in Ruhe fertig machen können, ohne uns ständig gegenseitig in den Füßen zu stehen 😉

Natürlich habe ich das Brautkleid noch nicht gesehen und werde es am Tag der Hochzeit zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. Ebenso hat die Hexe (habe sie gerade sicherheitshalber noch mal gefragt) das Kleid nicht von Jemand anderem anprobieren lassen****. Soweit ich weiß wird sie zudem ganz traditionell etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues tragen*****.

Ich stelle gerade fest, dass die Hexe wohl mehr tun muss, als ich 😉 Damit wir keine Geldsorgen haben soll sie sich dem Brauchtum folgend einen Cent in den Schuh legen – dabei bin ich mir sicher, dass das nicht besonders bequem ist. Und wie sie sich fertig machen soll, ohne in den Spiegel zu schauen, bevor sie komplett angekleidet ist, weiß ich auch nicht. Dabei könnte es natürlich dann vorkommen, dass sie ihre Unterwäsche verkehrt herum anzieht, um die bösen Geister zu verwirren und zu vertreiben. Aber ich bezweifle es.

In einigen Gegenden ist es wohl Brauch, dass das Brautpaar von Verwandten und Freunden mit Geschossen, Musik o.ä. aufgeweckt wird. Ich glaube unsere Gegend ist das keine Tradition. Und dabei darf das auch ruhig bleiben. Nach der Trauung wird es aber natürlich einen Autokorso geben, bei dem wir auf rege Teilnahme mit viel Huperei hoffen 😉

Ebenfalls werden wir natürlich auf unserer Feier herausfinden wollen, welche Frau als nächstes unter die Haube kommt. Daher wird es auch das allseits beliebte Braut-Wurf-Strauss-Werfen geben, bei dem sich sicher alle viele unverheiratete Damen fangend und vielleicht prügelnd beteiligen werden 😀

Vielleicht habt Ihr ja noch Ideen für weitere Hochzeitsbräuche, über die wir mal nachdenken sollten 😉

* wahrscheinlich damit wir fruchtbar sind
** Nicht schlimm, schließlich steht eine fruchtbare Fortpflanzung auch nicht in unserer Lebensplanung
*** Die kleine Hexe ist sich da aber wohl sicherer, als ich es bin 😉
**** Das hätte nämlich dann die Untreue des Ehemanns hervor gerufen
**** Das Alte für den vergangenen Lebensabschnitt, das Neue für das zukünftige Leben, das Geliehene als Zeichen der Freundschaft und das Blaue als Symbol der Treue

8 thoughts on “Hochzeitstraditionen”

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