Es muss um 312 nach Christus gewesen sein, als die damals noch nicht heilige Helena in Sinzig gewesen sein soll. Ihr Sohn Konstantin (später „der Große“ genannt) war wohl das ganze Hick-Hack mit intriganten Kaisern und Unterkaisern und den Machtspielchen* im römischen Reich leid und hatte entschieden dem Ursupator Maxentius** in Rom einen Satz heiße Ohren zu verpassen. Da Maxentius in Italien um die 100.000 Krieger um sich gescharrt hatte, nahm auch Konstantin ein paar Kumpels mit und machte sich auf den Weg. Und damit er keine Unsinnn macht kam seine Mutter Helena auch mit.

Der Legende nach lagerte das Heer Konstantins auf seinem Weg nach Süden auch auf dem heutigen Sinziger Kirchberg. In der Nacht plötzlich leuchtete ein Licht am südlichen Himmel und über einem nahegelegenen Hügel erschien ihnen ein Kreuz. Konstantin und seine Freunde erkannten darin direkt ein Zeichen Gottes, warfen ihre heidnischen Feldzeichen weg und malten sich das Staurogramm (Vorläufer des Labarum) auf die Schilde.

Lange Rede, kurzer Sinn: Unter dem Zeichen des Kreuzes zog das Heer Konstantins nach Italien, wo es die zahlenmäßig überlegene Streitmacht von Maxentius bei der Schlacht an der Milvischen Brücke schlug***, bevor Konstantin im Edikt von Mailand die Freiheit der Glaubensentscheidung für alle Religionen postulierte. Und seinen Anfang nahm das also in Sinzig****.Aber das war natürlich nicht alles. Der Vollständigkeit halber sollte man noch erwähnen, dass der Berg, über dem das Kreuz erschienen sein soll, noch heute Helenenberg heißt und dort ein (indessen verlassenes und leider dem Verfall preisgegebenes) Minoritenkloster mit einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert – das Kloster Helenenberg***** – steht. Auch soll die Heilige Helena in Sinzig zwei Kirchen, eine unter dem Namen des heiligen Kreuzes, die andere unter dem Namen des heiligen Mauritius, errichtet haben******.

Ich glaube man merkt schon, dass Sinzig früher eine echt bedeutende Stadt gewesen ist 🙂

* an denen er sich natürlich auch beteiligt hat
** der ein alter Christenverfolger war und zuvor Severus getötet hatte, nachdem der Umsturzversuch von Maximian gegen ihn gescheitert war, der sich übrigens nach einem Komplott gegen Konstantin das Leben nahm, etc.
*** und Maxentius erschlug
**** zumindest der Legende nach, aber in denen steckt ja bekannterweise immer ein Funken Wahrheit 😉
***** Wenn ich irgendwann mal mehrere Millionen im Lotto gewinnen sollte, wird das gekauft!
****** Wobei heute wohl Niemand mehr weiß, wo die gestanden haben sollen.

One thought on “Sinziger Geschichten #001: Die heilige Helena”

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