Wo heute in Sinzig der Zehnthof steht befand sich seit mindestens dem 8. Jahrhundert eine Pfalz der fränkischen Könige. Auf einer der Fernstrassen des Reiches, die durch die Stadt führte, war im Jahre 828 auch der bedeutende fränkische Gelehrte Einhart unterwegs.

Im Gepäck hatte der fast 60-Jährige die Reliquien der Heiligen Marzellinus und Petrus, weshalb er rechtschaffen erschöpft war, als er in der Pfalz einkehrte. Dass die Königspfalz schon über einen Wein- und Bierkeller verfügte (die früheste Kellerei dieser Art in der Rhein-/Ahrregion übrigens) war sicher ein weiterer guter Grund hier Rast zu machen.

Am Abend wurde gespeist und getrunken. Man labte sich natürlich auch an dem guten Gerstensaft. Das schien dem Gelehrten so gut zu schmecken, dass er einem Knappen befahl eine Flasche von dem Biere für ihn in eine Flasche abzufüllen. Dieser tat, wie ihm geheißen – doch siehe: Statt des Bieres ergoss sich vortrefflicher Wein in die Flasche und Einharts Becher.Doch der seltsamen Vorkommnisse nicht genug: Gleichzeit erlosch eine Kerze ohne jeden Grund.

Und es war duster in der Pfalz.

Voller Schrecken und Angst über diese unerklärlichen Phänomene fingen die Männer und Frauen an zu beten und riefen die Heiligen Marzellinus und Petrus an. Mit den Reliquien der Heiligen in den Gemäuern war das sicher nicht die schlechteste Idee.

Und siehe da: Die Kerze ging von selbst wieder an und ihr Licht erhellte den Raum, als wäre Nichts geschehen.

Von diesem Wunder berichtete Einhart in seinen Aufzeichnungen und als „Sinziger Weinwunder“ ging es in die Annalen der Stadtgeschichte ein …

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