Wo heute in Sinzig der Zehnthof steht befand sich seit mindestens dem 8. Jahrhundert eine Pfalz der fränkischen Könige. Auf einer der Fernstrassen des Reiches, die durch die Stadt führte, war im Jahre 828 auch der bedeutende fränkische Gelehrte Einhart unterwegs.

Im Gepäck hatte der fast 60-Jährige die Reliquien der Heiligen Marzellinus und Petrus, weshalb er rechtschaffen erschöpft war, als er in der Pfalz einkehrte. Dass die Königspfalz schon über einen Wein- und Bierkeller verfügte (die früheste Kellerei dieser Art in der Rhein-/Ahrregion übrigens) war sicher ein weiterer guter Grund hier Rast zu machen.

Am Abend wurde gespeist und getrunken. Man labte sich natürlich auch an dem guten Gerstensaft. Das schien dem Gelehrten so gut zu schmecken, dass er einem Knappen befahl eine Flasche von dem Biere für ihn in eine Flasche abzufüllen. Dieser tat, wie ihm geheißen – doch siehe: Statt des Bieres ergoss sich vortrefflicher Wein in die Flasche und Einharts Becher.Doch der seltsamen Vorkommnisse nicht genug: Gleichzeit erlosch eine Kerze ohne jeden Grund.

Und es war duster in der Pfalz.

Voller Schrecken und Angst über diese unerklärlichen Phänomene fingen die Männer und Frauen an zu beten und riefen die Heiligen Marzellinus und Petrus an. Mit den Reliquien der Heiligen in den Gemäuern war das sicher nicht die schlechteste Idee.

Und siehe da: Die Kerze ging von selbst wieder an und ihr Licht erhellte den Raum, als wäre Nichts geschehen.

Von diesem Wunder berichtete Einhart in seinen Aufzeichnungen und als “Sinziger Weinwunder” ging es in die Annalen der Stadtgeschichte ein …

Written on Oktober 21st, 2010 , Sinzig Tags: , , , , , ,

Nachdem wir nach der standesamtlichen Trauung vor dem Sinziger Schloss etwas Sekt gesüffelt haben werden wir (mit dem obligatorischen Autokorso) in das Freiwegheim, direkt an der Ahrbrücke, Ecke Kölner Strasse / Grüner Weg, übersiedeln, wo wir dann den Rest des Tages und sicher auch einen Teil der Nacht feiern werden. Parkplätze gibt es direkt vor dem Gebäude (Zufahrt vom Grünen Weg aus), entlang der Strasse (linke Seite) oder hinter den beiden rechts von der Strasse liegenden Sportplätzen.

Foto: Dieter Wind

Die Kölner Strasse, die am Gebäude vorbei führt, folgt dem Verlauf der zur karolingischen Zeit angelegten Aachen-Frankfurter-Heerstrasse. Diese Strasse wurde, da es seit der Krönung von Heinrich III. im Jahre 1028 zur Tradition wurde, dass der deutsche König nach seiner Wahl in Frankfurt über besagter Strasse zur Krönung nach Aachen reiste, auch “Krönungsstrasse” genannt.

Über diese Strasse reiste öfters auch Einhard, der Biograph von Karl dem Großen, der in Sinzig Quartier nahm und  828 in der Sinziger Pfalz von einem Weinwunder berichtete*.  Die Sinziger Pfalz hat durch die “Krönungsstrasse” im Mittelalter regen Besuch gehabt und die Stadt damit eine recht große Bedeutung. Nicht umsonst nennt sich Sinzig auch “Barbarossastadt“: Kein Herrscher weilte so oft (und wahrscheinlich auch gerne) in der Stadt wie Kaiser Friedrich I..

Ergo: Wir heiraten und feiern in historisch bedeutender Umgebung und wären wir ein paar Jahrhunderte früher dran hätten wir sogar Kaiser Friedrich I. Barbarossa zuwinken können ;-)

*Während aber in Kanaan Wasser zu Wein wurde, wurde beim Sinziger Weinwunder Bier zu Wein. Daher nur bedingt nachahmenswert.

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